Holzbauprojekt planen: in sieben Schritten zum Angebot
Ob Carport, Terrassenüberdachung, Vordach oder Dachstuhl: Die meisten Probleme entstehen nicht beim Bauen, sondern weil ein Schritt zu spät kommt. Wer erst die Maße festlegt und dann ins Bauamt geht, plant oft zweimal. Diese Reihenfolge spart das.
1. Den Bebauungsplan lesen
Bevor Sie irgendetwas zeichnen: Im Bebauungsplan Ihrer Gemeinde kann stehen, wo auf dem Grundstück gebaut werden darf, welche Dachform und welche Dachneigung vorgeschrieben sind und ob es eine Gestaltungssatzung gibt. Die Gemeinde gibt darüber Auskunft, viele Pläne stehen online.
Gibt es gar keinen Bebauungsplan und liegt das Grundstück am Ortsrand, klären Sie zuerst, ob es im Außenbereich liegt. Dort gilt die Verfahrensfreiheit für Carports und ähnliche Bauten in fast allen Bundesländern nicht. Diese Frage entscheidet mehr als jede spätere Quadratmeterzahl.
2. Klären, ob eine Genehmigung nötig ist
Die Regeln stehen in der Landesbauordnung und unterscheiden sich je nach Bauform deutlich:
| Bauform | Typische Regel |
|---|---|
| Carport | in den meisten Ländern bis etwa 50 m² verfahrensfrei, Spanne etwa 36 bis 60 m² |
| Terrassenüberdachung | nach Musterbauordnung bis 30 m² und 3 m Tiefe verfahrensfrei, einzelne Länder weichen ab |
| Vordach am Hauseingang | in der Musterbauordnung ohne Flächengrenze verfahrensfrei |
| Balkon | meist genehmigungspflichtig, Hessen stellt kleine Balkone frei |
| Dachgaube | in den meisten Ländern genehmigungspflichtig |
| Dachstuhl, Holzhaus | als Teil eines Wohngebäudes nie verfahrensfrei |
Zwei Punkte gelten für alle: „Verfahrensfrei" heißt nicht regelfrei, Abstandsflächen und Bebauungsplan gelten weiter. Und verfahrensfrei heißt nicht nachweisfrei, die Standsicherheit muss trotzdem nachgewiesen sein. Ausführlich unter Braucht ein Carport eine Baugenehmigung?
3. Den Abstand zur Grenze festlegen
Carport, Geräteraum oder überdachter Stellplatz dürfen in aller Regel direkt an die Nachbargrenze, wenn die mittlere Wandhöhe 3 m nicht überschreitet und die Bebauung höchstens 9 m je Grenze und 15 m über alle Grenzen lang ist. Einige Länder erlauben mehr, und manche rechnen den Dachüberstand zur Länge. Balkone und andere Vorbauten dürfen dagegen meist höchstens 1,50 m vor die Wand treten und müssen 2 m von der Grenze entfernt bleiben.
Legen Sie den Standort deshalb fest, bevor Sie die Größe optimieren. Ein halber Meter mehr Breite kann aus einem freistehenden Carport einen machen, der an der Grenze nicht mehr zulässig ist.
4. Maße und Bauart planen
Jetzt erst geht es um das eigentliche Bauwerk. Einige Faustwerte aus den einzelnen Ratgebern:
- Vordach: mindestens halb so tief, wie die Unterkante über der Türschwelle liegt.
- Pavillon: etwa 3 × 3 m für Tisch und vier Stühle, 4 × 4 m oder mehr für eine Lounge.
- Balkon: Geländer nach Musterbauordnung mindestens 0,90 m hoch, ab 12 m Absturzhöhe 1,10 m.
- Terrassenüberdachung: Die Eindeckung bestimmt die Mindestneigung. Trapezblech geht ab etwa 5 bis 8 Grad, Ziegel brauchen deutlich mehr.
- Dachstuhl: Die Bauart hängt an Neigung und Ausbau, siehe Sparrendach, Kehlbalkendach oder Pfettendach und Dachformen.
Das ist der Schritt, für den der 3D-Konfigurator gebaut ist. Sie stellen Maße, Dachform und Holzart ein und sehen sofort, was daraus konstruktiv folgt, mit Pfosten, Pfetten und Sparren in praxisüblichen Querschnitten.
5. Holz und Holzschutz wählen
Fichte ist das Standard-Bauholz und liegt in der Dauerhaftigkeitsklasse 4. Lärche und Douglasie liegen bei 3 bis 4, der Unterschied ist also kleiner, als oft behauptet. Wichtiger als die Holzart ist die Konstruktion: Steht das Hirnholz der Pfosten etwa 30 cm über dem Boden, dürfen Lärche und Douglasie dort ohne chemischen Holzschutz bleiben. Für einen frei bewitterten Balkonbelag reichen sie dagegen allein nicht. Mehr unter Fichte oder Lärche?
6. Statik und Schneelast klären
Der Konfigurator setzt praxisübliche Querschnitte. Verbindlich bemessen wird aber nach Eurocode 5 für Ihren Standort, denn die Schneelast reicht in Deutschland von 0,65 bis über 1,1 kN/m² und steigt mit der Geländehöhe. Der Standsicherheitsnachweis kommt vom Tragwerksplaner oder vom ausführenden Betrieb. Für einen einfachen Carport liegt er ab etwa 400 Euro, für einen Dachstuhl nennen die Quellen 500 bis 2.500 Euro. Details zu Achsmaßen und Querschnitten unter Sparrenabstand und Querschnitt.
7. Mit identischen Unterlagen Angebote einholen
Der häufigste Grund für kaum vergleichbare Angebote: Jeder Betrieb hat etwas anderes angeboten. Geben Sie deshalb allen dieselbe Planung mit Maßen, Holzliste und Mengen. Dann sind Preisunterschiede wirklich Preisunterschiede.
Achten Sie beim Vergleich auf Festpreis oder Kostenvoranschlag, auf enthaltene Nebenleistungen wie Fundament und Kran und auf die Gewährleistung. Für Arbeiten an einem Bauwerk sind das nach BGB fünf Jahre. Die Checkliste steht unter Angebote vom Zimmerer vergleichen, eine Kostenorientierung unter Holzbau-Kosten.
Was Sie selbst planen können, und was nicht
| Selbst möglich | Gehört zum Fachbetrieb oder Planer |
|---|---|
| Bebauungsplan lesen und beim Bauamt nachfragen | verbindliche Auskunft zur Genehmigung |
| Standort, Maße, Dachform und Holzart festlegen | Standsicherheitsnachweis nach Eurocode 5 |
| eine Konstruktion mit Holzliste und Mengen vorbereiten | Anschlussdetails an Haus und Dämmung |
| mehrere Angebote auf gleicher Grundlage einholen | Ausführungsplanung, Abbund und Montage |
Die linke Spalte ist der Teil, der Betrieben am meisten Zeit kostet, wenn eine Anfrage nur aus drei Sätzen besteht. Genau diesen Teil nimmt der Konfigurator vorweg. Senden Sie Ihre Planung als kostenlose Anfrage ab, vermitteln wir sie an einen passenden Holzbau-Betrieb, der damit sofort rechnen kann. Wollen Sie selbst bei mehreren Betrieben anfragen, gibt es dieselbe Planung als Planungsbundle: Ansichten, Datenblatt, Materialliste, IFC-Modell und ein Leistungsverzeichnis ohne Preise. Wie das konkret aussieht, zeigt ein echtes Beispiel zum Herunterladen.
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