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Dachformen im Überblick

Die Dachform bestimmt mehr als die Optik. Sie legt fest, wie viel Wohnfläche unter dem Dach entsteht, wie gut sich Photovoltaik anbringen lässt und welche Bauart der Dachstuhl bekommt. Das Satteldach macht in deutschen Neubauten rund 70 Prozent aus.

Erst den Bebauungsplan lesen: Dachform und Dachneigung sind in vielen Baugebieten vorgeschrieben. Die Werte in diesem Artikel sind Üblichkeiten aus der Baupraxis, keine freie Auswahl. Was auf Ihrem Grundstück zulässig ist, steht im Bebauungsplan Ihrer Gemeinde.

Die sechs Formen nebeneinander

DachformÜbliche NeigungKostenrichtungPhotovoltaikAusbau unterm Dach
Satteldach35 bis 45 Grad50 bis 70 Euro je m²gut, eine große Südflächemittel, zwei Schrägen
Pultdach15 bis 35 Grad45 bis 65 Euro je m²sehr gut, eine ungeteilte Flächegut, nur eine Schräge
Walmdach22 bis 35 Grad70 bis 100 Euro je m²gut, meist drei Flächen belegteingeschränkt, vier Schrägen
Krüppelwalmdach30 bis 45 Grad70 bis 100 Euro je m²wie Walmdachbesser als Walmdach, Giebelfenster möglich
Zeltdach22 bis 35 Grad75 bis 105 Euro je m²vier Flächen, jede kleineingeschränkt, kein First
Mansarddachunten 60 bis 70, oben 20 bis 30 Grad80 bis 120 Euro je m²schwierig, zwei Winkelbester Flächengewinn

Die Neigungsangaben schwanken je nach Quelle um einige Grad, beim Zeltdach nennen manche Veröffentlichungen sogar 30 bis 60 Grad. Nehmen Sie die Werte als Bereich, nicht als Vorgabe.

Die Eindeckung setzt die Mindestneigung

Eine Dachform ist nicht beliebig flach baubar. Die Grenze zieht nicht die Konstruktion, sondern die Eindeckung, denn jedes Material hat eine Regeldachneigung, unter der es nicht mehr regensicher ist.

EindeckungAb etwa
Biberschwanzziegel30 Grad
Tondachziegel19 bis 25 Grad
Betondachstein22 Grad
Bitumenschindel15 Grad
Trapez- und Stehfalzblech5 bis 8 Grad

Ein Pultdach ist per Definition ab 11 Grad ein Pultdach. Mit Dachziegeln wird es praktisch erst ab 22 bis 25 Grad ausgeführt, mit Trapezblech geht es bis etwa 5 Grad hinunter.

Photovoltaik: welche Neigung sich rechnet

In Deutschland liegt das Ertragsoptimum bei 30 bis 35 Grad nach Süden. Wirtschaftlich sinnvoll bleibt der Bereich von 20 bis 40 Grad, darüber fällt der Ertrag spürbar ab. Damit ist das Satteldach mit 35 bis 45 Grad nah am Optimum, und das Pultdach hat den Vorteil einer einzigen großen, ungeteilten Fläche.

Beim Walmdach und beim Zeltdach verteilt sich die Fläche auf mehrere Himmelsrichtungen. Das ist kein Ausschlusskriterium, denn Ost- und Westflächen liefern über den Tag verteilt gleichmäßiger, aber die Spitzenleistung je Quadratmeter sinkt.

Welche Dachstuhl-Bauart zu welcher Form passt

  • Satteldach: Sparren- oder Kehlbalkendach. Sobald Gauben dazukommen, wird ein Pfettendach sinnvoller.
  • Pultdach: Pfettendach, weil die Neigung für ein Sparrendach meist zu flach ist.
  • Walmdach und Krüppelwalmdach: Pfettendach. Die Gratsparren brauchen ein Auflager.
  • Zeltdach: Pfettendach ohne First, alle Flächen laufen in einem Punkt zusammen.
  • Mansarddach: Pfettendach mit eigenem Mansardstuhl am Knick.

Die Unterschiede der Bauarten stehen ausführlich unter Sparrendach, Kehlbalkendach oder Pfettendach.

Was die Form für die Wohnfläche bedeutet

Wer das Dachgeschoss ausbauen will, verliert an jeder Schräge nutzbare Fläche. Das Mansarddach ist genau dafür erfunden worden: Der steile untere Abschnitt von 60 bis 70 Grad schafft fast senkrechte Wände. Das Walmdach steht am anderen Ende, weil es an allen vier Seiten abfällt. Das Krüppelwalmdach ist der Kompromiss, denn der Giebel bleibt oben teilweise stehen und trägt ein Fenster.

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